Gestern ist Viola abgereist. Wir hatten nun zehn Tage hier in San Diego. Die meisten davon musste sie alleine herumreisen und die Gegend erforschen, doch einiges haben wir auch gemeinsam unternommen. Zum Beispiel waren wir im größten State Park (im Gegensatz zu den nationalen National Parks sind das die Parks der einzelnen Bundesstaaten) Kaliforniens, dem Anza-Borrego Desert State Park. Dort haben wir eine Wüstenwanderung zu einer Palmenoase unternommen. Leider ist Viola auf dem Weg umgeknickt, war aber Gott sei Dank nichts allzu Großes. Auf dem Weg dorthin haben wir in einem wanhsinnig süßen Städtchen namens Julian. Dort gab es allerlei Restaurants und Verkaufsstände, vor allem gab es dort Apfelsaft, Apfelbutter und sämtliche andere Produkte aus Äpfeln.
Viola und ich in der Wüste
.. und vor dem Eingangsschild zum Park
Unter der Woche haben wir dann die Abende genutzt, mal um in die „Cheesecake Factory“ zu gehen, das ist eine Restaurantkette, die es in vielen Großstädten Amerikas gibt. Dort gibt es allerlei normales Essen und als Besonderheit eben die Cheesecakes, die manchmal ziemlich riesig werden können und nicht mehr unbedingt allzu viel mit Cheesecakes zu tun haben. Sehr lecker jedenfalls, aber nichts für jeden Tag. Einfach zu süß und zu mächtig. Außerdem sind wir auf die Insel vor San Diego, Coronado, gefahren. Dort ist alles sehr idyllisch, besonders gepflegte Häuser, Gärten, Straßen und Geschäfte. Auch der Strand war besonders toll, weil er so schön weit und weiß war. Ein anderes Mal waren wir in Solana Beach, das ist ein Ort am Meer im Norden San Diegos und haben dort zu Abend gegessen. Es gibt einfach so viel zu tun hier. Am Freitag waren wir dann bei einer Flugshow von der Navy und haben uns einen Teil der Flugshow angeschaut. Die Show fand auf dem Gelände des Militärs statt, dort war alles eingezäunt. Es gab unzählige verschiedene Flugzeuge und es war einfach riesengroß. So wie Amerika wohl einfach ist.
Es war so schrecklich laut, dass wir uns die ganze Zeit die Ohren zu halten mussten, bzw. später Ohrenstöpsel aus Tempos gebastelt haben. Die Lautstärke ist allerdings kein Wunder, wenn man bedenkt, dass eines der Flugzeuge senkrecht nach oben fliegen konnte (keine Ahnung wie das hieß...)!
Freitag abends wollten wir eigentlich ausgehen, das kam während Violas Aufenthalt leider etwas kurz. Doch während des Vortrinkens kam uns die Idee, den Kürbis, den Viola zuvor gekauft hatte, auszuhöhlen. Viola hat außer des Kürbis' auch gleich noch Schnitzgeräte inklusive Motivvorlagen gekauft. Eine der einfachsten Motive war die Hexe, die ihr unten sehen könnt, deshalb haben wir uns für diese entschieden. Und damit der Kürbis nicht so leer blieb, bekam er auch noch ein typisches Kürbisgesicht auf der anderen Seite.
Hier unser geschnitzter Kürbis, der mittlerweile leider verschimmelt ist... Das sind von rechts Viola Carolin und mein Mitbewohner Scott mit dem Hund Jeck
Zum Abschluss haben wir dann an einem Strandtag von der Uni teilgenommen, an dem man verschieden Wassersportarten ausprobieren konnte. Ich habe dann Katamaran und Standup Paddeling gemacht. Letzteres besteht daraus, dass man auf einem Surfbrett steht und mit einem Paddel rudert um voranzukommen und zu lenken. Nach all diesen Aktivitäten ist Viola dann Sonntag früh wieder Richtung LA abgereist.
Nun habe ich endlich die Gelegenheit in einen Alltagrhythmus zu kommen. Es war alles ganz schön viel die letzten Wochen. Vor allem weil ich meine Kurse nochmal umgewählt habe, weil ich zuvor teilweise einfach nichts von dem verstanden habe, was die Professoren von sich gegeben haben. Dieser späte Kurswechsel hatte jedoch einiges an Mehraufwand mit sich gebracht. Ich muss nun die ersten beiden Wochen nacharbeiten und in einem der neuen Kurse ist schon kommende Woche die erste Klausur. Trotzdem bin ich froh über den Wechsel, überfordert zu sein macht keinen Spaß und in diesem Fall haben mir einfach die notwendigen Grundlagen gefehlt.
Ich hoffe es spielt sich nun bald alles wieder etwas ein. Noch eine positive Nachricht zum Schluss: Mein Roller geht wieder. Zwar bin ich 380$ los, aber zumindest kann ich ihn jetzt nutzen.