Erstmal möchte ich etwas zur Supermarkt-Situation sagen. Mein gestriges Abendessen bestand aus einem Toast mit Humus und Searranoschinken, einem Toast mit Frischkäse und Briekäse und einem Toast mit Mandelmus. Will heißen, man bekommt hier genau die Produkte, die man bei uns auch bekommt, wenn auch oftmals mit angeblich weniger Fett darin, abgesehen von der Mandelbutter, wie sie hier das Mandelmus nennen. In den herkömmlichen Supermärkten mag das nicht immer der Fall sein, wobei auch dort die Gemüseauswahl die von Supermärkten in Deutschland teilweise übertrifft, doch sind „alternative“ Supermärkte wie „Trader Joe’s“ oder „Farmers Market (Sprouts)“ mittlerweile so verbreitet, dass man sich wirklich nicht beklagen kann. Sogar Baguette, Ciabatta, Foccacia und ähnliche Brotsorten gibt es, wenn auch kein deutsches Brot, doch das gibt es in Frankreich und Spanien genauso wenig. Das einzige was etwas nervt ist dieser Hang zu fettreduzierten Produkten, sogar auf den Croissants steht „no trans fat“; als ob jemand, der Croissants kauft, auf irgendeeinen Fettgehalt achtet.
Mein Wochenende war interessant. Zwar musste ich viel lernen, denn Dienstag und Donnerstag habe ich „midterms“ (das sind Zwischenprüfungen, die ca 20-30% der Endnote ausmachen), doch San Diego zu erkunden sollte ja auch nicht zu kurz kommen. So war ich am Samstag zuerst auf einem Barbecue, das dann leider aufgrund des wolkenverhangenen Himmels nach drinnen verschoben werden musste. Deshalb gab es auch kein Grillgut, sondern arabisches Essen. Ein Freund hat mich zu dem 80. Geburtstag der Mutter seiner Vermieterin eingeladen. Die ganze Familie hat persische Wurzeln, wurde größtenteils in Honduras geboren und lebt mittlerweile fast komplett in Kalifornien. Sehr spannend und das Essen war hervorragend, es gab unter anderem selbstgemachten Humus mit Pitabrot und Taboule (Petersilien-Bulgursalat). Das ganze endete darin, dass ich mit dem Damen auf arabische Art tanzen durfte. Amit, der Freund, der mich eingeladen hat, hat das ganze auf Video festgehalten. Sobald ich die Aufnahmen habe, werde ich sie hochladen.
Abends bin ich dann mit einem anderen Freund in ein Teehaus, das bis spät in die Nacht geöffnet hat. Das besondere war, dass auf zwei großen Tischen vielleicht 100 Teesorten standen, jede in einem Glas. Man konnte an allen riechen, oder eher ein paar wenigen, und sich dass einen Teefilter nehmen und bekam die Tasse dazu serviert. Der Laden selbst bestand nur aus Antiquitäten, hatte sehr hohe Decken und hatte auch etwas außergewöhnliche Gäste. Ich hätte nicht erwartet in Amerika so individuelle Läden zu finden und war sehr positiv überrascht.
So, nun muss ich wieder an meine Bücher setzen, es ist noch viel zu tun bis zu den Klausuren.
Hier noch ein Bild vom Pier in Pacific Beach: