In San Diego sind endlich wieder sommerliche Temperaturen, d.h. um die 22°, alle laufen wiederi n kurzen Hosen und Flip Flops herum. Und das schöne am hiesigen Winter ist, dass, wenn es denn nicht regnet, die Sicht viel klarer ist als im Sommer und der Himmel oft den ganzen Tag lang sonnenklar ist. Es ist wunderschön. Jetzt wo ich bald fliege, wird mir wieder besonders bewusst, wie hübsch die Gegend hier ist. Vor allem die wenigen Tage, die ich hatte um die Küste von San Francisco runter zu fahren, haben mich einige malerische Seiten Kaliforniens entdecken lassen.
Nachdem Eileen also endlich weg war =) habe ich den restlichen Montag erstmal im Bett verbracht. Leider hatte ich nämlich eine leichte Sinusitis bekommen. Dienstags habe ich mir dann endlich Zeit für Kunst genommen und bin in’s Moma San Franciscos gegangen. Es war verhältnismäßig klein, wird aber auch von 2013-2016 zwecks Erweiterung geschlossen sein. Die moderne Kunst darin war relativ durchmischt, es gab auch Photoreihen und verschiedene Insenttallationen, z.B. eine aus Haaren und Kleber. Doch auch von meiner Lieblingsrichtung, dem Fauvismus, bzw. dem Expressionismus, waren ein paar wenige markante Werke vertreten. Vor allem die Frau mit dem grünen Hut hat mich begeistert, mir war garnicht bewusst, dass sie in diesem Museum hängt. Dieses Bild war nämlich eines der Bilder, die ich vor Jahren in meiner Facharbeit am Dalberggymnasium analysiert habe. Ich habe auch zwei Führungen mitgemacht, die qualitativ wesentlich unter denen des Getty Centers lagen und mäßig spannend waren.
Am nächsten Tag bin ich dann über Berkeley, Stanford und Palo Alto nach Monterey gefahren. Es war interessant die Unterschiede zwischen dem Campus in Berkeley und dem in Stanford zu sehen. Berkeley wirkte eher etwas zusammengewürfelt wohingegen Stanford sehr uniform gestaltet ist und irgendwie ordentlicher wirkt. Generell sind die Studenten sehr locker angezogen, wie hier auch. An der Ostküste an den Spitzenunis soll das wohl anders sein. In Berkeley hatte ich dann einen kleinen Unfall. Ich stehe in der mittleren Spur vor einer roten Ampel, als rechts ein Bus vorbeifährt, rechts abbiegt und in der Kurve mit seiner linken hinteren Seite meine komplette rechte Autoseite entlangschrammt und meinen Spiegel vollends abreist. Leider hat die Busfahrerin davon nichts gemerkt, so dass ich dann erstmal auf Verfolgungsjagd gehen musste. Nach zwei mal um die Ecke war ich dann auf ihrer Höhe und konnte sie auf den Unfall hinweisen. Die Schwierigkeit bestand dann darin zu beweisen, dass sie mich überhaupt gerammt hat, nur leider habe ich mir beim Hinterherfahren nicht jede Ecke so genau angeschaut. Mit Hilfe des Navis und ablaufen konnten wir dann jedoch alles rekonstruieren und ich habe sofort von der Mietstation ein neues Auto bekommen. Schon praktisch so ein Mietauto. Nach den beiden Unis habe ich mir dann noch die HP Garage, einige Firmen und Steve Jobs Haus in Palo Alto angeschaut. Also die Gegend, in der er da wohnte, war mit dem Rodeo Drive in LA definitiv eine der nobelsten die ich hier gesehen habe. Unglaublich wie viel Reichtum man da sind. Das Haus an sich war relativ gediegen.
In Monterey habe ich dann zum zweiten Mal vorgehabt den 17 Mile Drive zu fahren. Diesmal hatte ich auch tatsächlich etwas mehr Glück mit dem Wetter als mit Stephan im Sommer und könnte diese pitoreske Straße entlang fahren. Als nächsten Stop hatte ich das Hearst Castle anvisiert. Das ist ein Schloss, das um 1920 erbaut wurde aber sehr viel älter wirkt, da der Bauherr gerne ein Schloss im europäischen Stil wollte. Innen sind alle Räume von 1947 original erhalten und schauen größtenteils aus wie man sich es eben in einem Schloss vorstellt. Zwischendrin sind dann ganz selten einige wenige moderne Einrichtungsstücke versteckt. Die Einrichtung ist auch an Ländern von überall her zusammengewürfelt; neben europäischen Gemälden/Betten/Teppichen etc. sind z.B. auch chinesische Vasen vorhanden. Mir hat das Schloss sehr gut gefallen, weil es über eine wunderschöne Aussicht über diese tolle Landschaft verfügt und weil es besser nachzuvollziehen ist, warum und wie man sich dort aufgehalten hat, als ein Schloss aus dem 15. Jahrhundert. Schon damals war es eher als eine Traumwelt gedacht, wo man sich in eine frühere Zeit zurückversetzt fühlt.
Nachdem ich dann noch bis San Luis Obispo gefahren bin, um dort zu übernachten, habe ich mir am kommenden Tag Pismo Beach und die Mission von San Luis Obispo angeschaut. Es lagen noch kleinere Orte auf dem Weg, die ich leider aufgrund meiner zwei verlorenen Tage auslassen musste. Mittags hatte ich nämlich endlich einen Termin für einen Ausritt, etwas nördlich von LA. Nachdem ich weder mit Eileen noch mit Stephan hierfür Zeit finden konnte, habe ich mir dieses unverschämt teure Vergnügen dann gegönnt. Wir konnten in den Bergen bis nach LA, bis zum Meer und bis zu den Bergketten hinter LA sehen. Leider war es schon recht spät abends und ungewohnt kalt, so dass ich am Ende ziemlich gefroren habe. Dennoch lohnenswert. Das war dann leider auch schon der letzte Stop vor San Diego. Die Heimfahrt habe ich mit einigen Stops zum Schlafen gegen Mitternacht beendet. Und so schnell ist der Roadtrip auch schon wieder vorbei.
Auch in San Diego waren die ersten Tage noch außergewöhnlich kalt, doch seit Freitag ist es endlich wieder warm. Carolin und ich haben das Wetter genutzt, um uns noch ein paar Ecken hier anzuschauen, die wir nicht kennen. Davon gibt es nämlich immer noch unzählige. Dazu gehören Point Loma, die Mission, das Birch Aquarium, das Bio-Forschungsinstitut Salk neben der Uni und eine Kunstgalerie in La Jolla. Puh, und am Samstag ist uns dann nichts besseres eingfallen als boarden zu gehen. Da wir die Schneesaison zu hause größtenteils verpassen, ist das also ein kleiner Ersatz. So sind wir ins Skigebiet Snow Summit gefahren. Und ich muss sagen es war besser entwickelt als ich dachte. Es gab ausschließlich Sessellifte, keine Schlepper. Diese fuhren so langsam, dass man in einm Tag gerade das Skigebiet abfahren kann. Und es gab auch einige rote Pisten, die einzige schwarze haben wir gemieden. Es war traumhaftes Wetter und wir hatten zu viert (Carolin, Scott, Augusta und ich) einen tollen Tag im Schnee. Außerdem waren wir nicht die Einzigen, die so verrückt waren bei 20° am Meer in den Schnee zu fahren. Im Skigebiet war es richtig voll! So und heute habe ich meinen vorletzten Tag nochmal am Strand genossen. Etwas traurig bin ich schon, dass ich diesen Ort verlassen muss, auch wenn ich mich noch so sehr auf zu hause freue.