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Nudeln mit Messer und Gabel...

Gestern habe ich Fettucine mit Messer und Gabel serviert bekommen und dazu gab’s ein Bier namens „Samual Adams Oktoberfest“. Was soll man dazu sagen. Und dann musste ich unbedingt noch ein Mousse au Chocolat essen, das von einem Mousse jedoch recht weit entfernt war. Wir waren im Restaurant Applebee in Lake Tahoe, auf der letzten Station unserer kurzen Rundreise. Wir sind Carolin, mit der ich aktuell noch ein Zimmer in meiner WG teile und Patrik, ein Norweger, den wir ganz spontan mitgenommen haben.

 

Am Donnerstag in der Früh um sieben ging’s los. Erster Stop war der Yosemite Park, alles weitere blieb erst einmal offen. Nach ungefähr neun Stunden Autofahrt sind wir dann im Park angekommen und wurden gleich mit einem wunderschönen Sonnenuntergang begrüßt. Danach haben wir unser Quartier im Yosemite Valley aufgeschlagen. Der Park besteht nämlich aus einem Tal, in dem man einige Berge um sich herum hat und aus einem Platteau oberhalb, in dem die Unterschiede Tal-Gipfel wesentlich geringer sind und die Landschaft auch ganz anders sind, d.h. weniger Nadelbäume, mehr Weideland. Am kommenden Morgen haben wir dann eine vierstündige Wanderung über den Misttrail zu den Nevada Falls und den Vernal Falls unternommen. Der Yosemite Park zeichnet sich durch seine Flora und vor allem durch riesige Granitfelsen aus. Es gibt dort vor allem Nadelbäume, manchmal auch Laubbäume, meist sind es Kiefern mit riesigen Tannzapfen. Die Granitfelsen entstanden durch Lavaströme im Erdinnern und sind im Laufe der Zeit an die Erdoberfläche gekommen. Es ist unglaublich solch riesige Granitberge zu sehen, das gäbe einige schöne Küchenplatten. Was ich besondern beeindrucken finde, ist, dass die Berge aussehen als bestünden sie aus einem einzigen riesigen Stein. Nach der Wanderung waren wir alle ziemlich geschafft, so dass wir uns an dem Tag leider keinen Ort mehr für den Sonnenuntergang gesucht haben, sondern gemütlich bei unserem Zeltzimmer (Es gab Betten, aber war eher wie ein Zelt, nur eine Seite war gemauert) ein Bier getrunken haben und schon um halb neun in’s Bett sind. Am nächsten Morgen hatte Carolin Geburtstag und wir hatten ihr einen kleinen Peach Pie besorgt und Kerzen darauf angezündet. Es ist schön zu sehen, wie so kleine Dinge immer wieder für Freude sorgen. Am zweiten Tag im Yosemite sind wir dann zu einem See namens Dog Lake gewandert. Diese Wanderung war zu der vom Vortag sehr human und der Weg war viel weniger bewandert, was mir wesentlich besser gefällt. Der See tat sich plötzlich auf und lag ganz in der Stille, dort war kaum etwas los. Wunderschön…

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Carolin und ich vor einem der riesigen Sequoia- Bäume im Yosemite Park

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Das Yosemite Tal

Die Überlegung weiter nach San Francisco zu fahren haben wir schnell verworfen, da uns eineinhalb Tage einfach als zu wenig erscheinen, um diese Stadt zu erleben. Das werde ich dann im Winter machen. Und somit ging es für uns weiter zum Lake Tahoe. Von Stephan wusste ich, dass es dort noch schönere Tannzapfen gibt, bzw. zumindest welche, die weniger Dreck machen. Deswegen war es dort mein Ziel einen schönen Tannzapfen zum mit nach hause nehmen zu finden. Der Lake Tahoe ist riesengroß, und auch überwiegend mit Nadelbäumen umgeben. Wir haben im Süden des Sees, in South Lake Tahoe, gewohnt. Dort gibt es im Winter ein recht großes Skigebiet, was uns etwas befremdlich vorkam, uns jedoch durch den niedrigen Zimmerpreis im Herbst sehr entgegenkam. Die anderen beiden haben auch dort am kommenden Tag eine Wanderung mit Blick auf den See gemacht. Ich bin am See geblieben, weil ich eigentlich zum Arzt wollte, um zu sehen was denn nun mit meinen seltsamen Stichen ist.

 

Ich war schon in San Diego beim Arzt und war mir sicher, dass es keine Mückenstiche sind, doch die Ärztin dort war ziemlich ratlos. Zur  Wahl standen Hundeflöhe, Bettwanzen und Krätze. Da ich die einzige bin, die es hat (niemand sonst aus dem Hostel, den ich kenne, niemand aus meiner Wohnung, Stephan nicht), denke ich, dass es Krätze ist und ich es im Hostel bekommen habe und die Milben ausschließlich in meiner Matratze waren. Das ist durchaus möglich. Doch leider hat sich auch in Lake Tahoe kein Arzt in der Lage gesehen mir hier weiterzuhelfen. Deswegen habe ich die Ärztin in San Dieog angerufen, die mir dann einfach das Krätzemittel per Ferndiagnose (bzw. auf mein Geheis) verschrieben hat, so dass ich es bei der dortigen Apotheke abholen konnte. Ich muss sagen, dafür dass die Amis offensichtlich ein großes Problem mit diesen Krankheiten haben, kennen sie sich sehr schlecht damit aus. Sowohl Stephan hatte Krätze, als er im Juni in den USA war und erst kürzlich habe ich einen Bericht über die starke Verbreitung der Bettwanzen in den USA gelesen, besonders schlimm in New York, der letzten Station meines Auslandsaufenthalts, bevor ich im Februar nach hause komme. Ich seh schon, ich werde dann erstmal eine Woche daheim im Exil leben dürfen.

 

Zurück zum Lake Tahoe, nachdem ich die Salbe organisiert hatte, habe ich ein paar Stunden am Strand verbracht und Tannzapfen gesucht. Als die beiden wieder zurückkamen, bin ich dann mit dem Auto nochmal an einen anderen Strand gefahren und einen noch viel einsameren und verwunscheneren See, als den Dog Lake. Er hieß Fallen Leaf Lake und dort wurde Stadt der Engel gedreht. Das war auf jeden Fall einer der schönsten Orte unserer Reise, die Sonne stand auch gerade schon recht tief. Ein wunderbarer Ort, um Filme zu drehen. Am Abend sind wir dann wie schon beschrieben in das Restaurant Applebee um ein recht bitteres Oktoberfestbier zu trinken. Und gerade sind wir schon wieder auf dem Rückweg. Durch eine Vielzahl von Landschaften ist der Rückweg mit gut zehn Stunden im Auto nochmal etwas länger als der Hinweg. Zu hause würde ich nirgends für drei Tage so lange hinfahren… Naja.

DSC01140 - Kopie

Der Fallen Leaf Lake

Jetzt geht es erstmal nach hause, alles waschen, aussaugen und dann die Creme anwenden, in der Hoffnung, dass es tatsächlich Krätze ist, was ich da habe.

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