Heute ist schon Mittwoch, die Zeit vergeht so schnell, viel zu schnell. Wir hatten gerade Mittagessen in Albertos Haus, es ist so schoen hier. Es gab Rindersteak oder so was aehnliches auf einer heissen Platte gebraten, die extra dafuer da ist. Irgendwie ist es total besonders, aber ich kenne mich immer noch nicht so sehr gut mit Fleisch aus, deswegen kann ich das nicht so gut einschaetzen. Aber es hat sehr sehr lecker geschmeckt und war perfekt medium.
Ich war bei der ersten Bar vorvorgestern Abend. Es ist so viel Schoenes passiert… ich weiss garnicht wie ich das alles schreiben soll.
Also, die erste Bar war eine Teteria und diese Strasse voll Teterias ist echt toll. Das ist eine dieser kleinen steilen Gassen und tagsueber gibt es dort ganz viele arabische Laeden und Geschaefte mit Gewuerzen, Tees und Stoffen, abends dann eben die Teterias. Bei uns waere das etwas ganz besonderes und hier gibt es unzaehlige dieser kleinen suessen Bars. Jede schaut anders aus und so detailverliebt und suess dekoriert alles…
Die zweite Bar war echt was fuer mich. Es standen dort einige Klaviere und Fluegel herum, als Deko und die Waende waren voellig bedeckt von Bilderrahmen mit Jazzmusikern oder Leuten wie Marilyn Monroe, alles in schwarzweiss. Zwei der Waende waren einfach Buecherregale bis oben hin mit Buechern voll. Ich mag so ne Bar in Stuttgart haben. Und die Getraenke waren alle so ausgefallen… Das macht so Spass hier was trinken zu gehen, es ist immer ein richtiges Erlebnis.
Anfangs war ich ganz verwundert, als wir beim Tapas essen immer schon aufgestanden sind und ich mein Bier erst halb leer hatte. Aber Alberto hat mir erklaert, dass das hier voellig normal ist, weil man nicht etwas trinken geht des Trinkens wegen, sondern wegen des Redens und des Essens. Und dann geht man weiter in eine andere Bar und trinkt sein Bier wieder nur halb aus.
Es ist schon wieder halb 5, dabei sind wir gerade erst mit dem Mittagessen fertig, ich muss mich wirklich noch an die Zeiten gewoehnen.
Also nun zum Montag. Wir haben die andere Seite der Familie besucht, also die von Albertos Vater, in Ubeda. Hier ist irgendwie alles Weltkulturerbe, so auch Ubeda. Aber die Stadt hat es definitiv verdient, es ist wunderschoen dort. Wir hatten ein sehr grosses Familienessen in einem ganz suessen Haus. Es gab viel viele verschiedene Sachen: Erstmal gibt es immer Schinken und “queso manchego”, das ist ein Hartkaese. Dann gab es Gambas(Garnelen, die esse ich hier wirklich jeden Tag), Verschiedene Sachen mit Eiern, eines war Ei und Pastete auf Spinat(ich habe das gegessen, aber Pastete ist nicht so ganz meins), Huehnersuppe und viele andere Sachen, die ich jetzt nicht mehr alle weiss. Achja eine Sache noch, die ich in England so das erste Mal gegessen habe: frischer Spinat als Salat, das schaut aus wie Feldsalat und schmeckt auch ganz gut. Bei Albertos Verwandten gab es das mit Apfel, Kaese und Pilzen! Bei uns isst man das irgendwie nicht so, obwohl es wirklich gut schmeckt. Nach dem Hauptessen gab es noch spanischen Wein und frische Erdbeeren.
Anschliessend sind wir ein paar Haeuser weiter, zu anderen Verwandten und leider leider hatte ich meinen Foto in dem ersten Haus gelassen, so dass ich keine Fotos davon habe. Aber schonmal das Haus, war echt toll, ziemlich modern und ein wenig bunt(zwei der Waende waren knallgelb mit Regalen in verschiedenen lila-Toenen) und alle Haueser hier sind so hell, das ist so schoen. Na jedenfalls haben wir da dann Kaffee getrunken und Gebaeck gegessen. Eines davon war so Mandelzeug, also eigtl hausgemachter Marzipan, aber ich mag ja kein Marzipan, deswegen sag ich lieber Mandelzeug. Das hat so super geschmeckt und ich habe mir gleich von Albertos Oma das Rezept geben lassen. Ich muss das unbedingt in Deutschland nachbacken, es ist auch garnicht schwer. Es hat mich etwas verwundert, dass man dafuer Kartoffeln verwendet. Ausserdem gab es hausgemachten… Likoer, oder so was wie Himbeergeist, auch superlecker und es gab “vino dulce”, ich weiss nicht genau was das ist… also eben Wein in suess und ein bisschen hochprozentiger, vll 16% oder so, auch superlecker.
Das tollste an dem Haus war, dass es ein Klavier gab! Ich habe seit Deutschland kein Klavier mehr gespielt und so musste ich mich natuerlich gleich ransetzen. Ich habe also die Amelie und mein Lieblingslied von Chopin gespielt und Albertos Familie fand das ganz toll und dann hat einer nach dem Anderen von der ganzen Verwandtschaft irgendetwas aufgefuehrt. Seine Tanten haben Sevillanas getanzt zu dem Gitarrenspiel von Albertos Onkel und dem Gesang von allen Anderen. Und sie haben viele viele spanische Lieder gespielt und gesungen. Ausserdem hat der kleine Cousin von Alberto zu dem Klavierspiel von seinem Vater MoonRiver auf Spanisch gesungen, Gott war das schoen!! Echt der Tag war so super, wie gesagt leider ohne Bilder. Alberto sagt immer ich habe hier das “paqete completo”, weil ich wirklich ziemlich alles miterlebt habe und noch dazu haben wir immer super Wetter. Abends sind wir dann in die Innenstadt von Ubeda und hatten noch mehr Tapas und Cervezas. Eines davon war “Morcilla”, haha das ist sowas aehnlcihes wie Blutwurst nur noch bisschen krasser. Es ist eigtl nur Blut, Zwiebeln, Zimt und Pinienkerne und es ist warm. Ich finde es schaut aus wie gemixte dunkle Oliven… Ich war anfangs ziemlich vorsichtig, aber am Ende fand ich es echt lecker, auch wenn ich mich waehrend des Essens etwas komisch gefuehlt habe. Trotzdem finde ich den Geschmack besser als Pastete.
Zum Abschluss gab es dann auch in Ubeda noch eine Prozession, das ist echt krass. Es gab mehrere hundert Nazarins und wieder diesen riesigen Paso… was das fuer ein Geld ist und die ganze Stadt war glaube ich auf der Strasse, es gab so viele Leute dort. Wir waren gegen halb 12 zu hause und ich bin wie immer totmuede in mein Bett gefallen.
Gestern am Dienstag dann sind wir mit Albertos Freunden nach Malaga an den Strand in ein Restaurant gefahren, das war wirklich ein Erlebnis, das aber auch seinen Preis hat. Das Restaurant ist direkt am Strand und es ist ziemlich laut dort. Man setzt sich an einen Tisch bestellt Getraenke und dann kann man sich sein Essen von den Kellnern aussuchen. Die rennen die ganze Zeit durch das Restaurant und schreien rum welche Gerichte sie gerade auf der Hand haben; wenn man einen Teller moechte stellen sie ihn auf den Tisch. Es ist etwas stressig, aber auch sehr besonders. Dann kann sich eben jeder an den Tellern bedienen. Wir haben ungefaehr zehn verschiedene Fischsorten gegessen oder mehr, von denen ich nciht weiss wie sie alle heisen. Eine Besonderheit waren so kleine frittierte Fische, das waren praktisch nur so duenne Faeden, also Babyfische, die haben auch garnicht arg nach Fisch geschmeckt, sondern eher wie Chips. Natuerlich gab es auch Gambas(Garnelen). Und zu trinken hatten wir Sangria, der in Spanien ganz anders schmeckt, als bei uns. Ich kannte den von meiner Sommeruni letztes Jahr in Oviedo und von der Spanierparty in Stoke neulich und ich finde der Sangria hier, der mehr nach Limo und Zitrusfruechten schmeckt ist viel erfrischender, als der bei uns.
Danach haben wir bisschen am Strand rumgetollt, tolle Bilder gemacht und sind zu einem anderen Café am Strand gelaufen. Dort haben wir uns dann ein paar Mojitos/Caipis gegoennt und noch mehr relaxt… ja so laessts sich leben. Bevor wir zurueck nach Granada gefahren sind, haben wir noch an einem Shopping Center gehalten, was so aehnlich wie Wertheim Village ist. Also auch so suesse Haeuschen und alle moeglichen Geschaefte; Alberto hat sich dann eine Ray Ban Brille gekauft und traegt sie jetzt den ganzen Tag...
Wir waren gegen ca 11 Uhr endlich wieder zu hause und ich habe nach ca einer Woche meine Mails gecheckt, allein die HP Mails haben schon ewig gedauert…
Heute frueh hatte ich Churros zum Fruehstueck, das ist einfach nur frittierter Teig, eher salzig als suess, den man dann in eine Schokososse tunkt. Also richtig fett und richtig lecker. Albertos Mama und Oma haben in der Kueche Wurst selbstgemacht, aber leider bin ich etwas zu spaet aufgestanden und konnte nicht mehr zukucken.
Churros und Gambas! lecker, lecker...
Anschliessend sind wir wie gesagt hier her in das Haus gefahren und haben erstmal druassen in der Sonne bei einem kleinen Bierchen Gambas und Langostinos, so groessere Gambas, fuer die ich den deutschen Namen nicht kenne, mit Mayonaise gegessen. Die Spanier moegen es sehr gerne ausgedehnt zu essen und lange beieinander zu sitzen. Dafuer sind Gambas typisch, weil man sie schaelen muss und das (bei mir ganz besonders) schon etwas dauern kann. Alberto ist da viel geuebter.
In Spanien isst man auch sehr gerne Sonnenblumenkerne, natuerlich ungeschaelt. Die muss man dann so aufbeissen, was ich immer noch nciht so gut hinbekomme, obwohl es mir schon mehrmals sehr genau erklaert wurde… ich habe einfach die Uebung nicht. Und diese Sonnenblumenkerne sind aussen mit Salz oder anderen Geschmaecken, was ich komisch finde, weil man die Huelse ja nicht isst. Bei den Erdnuessen ist das auch so. Die gab es gestern in dem einen Café am Strand und die waren aussen weiss. Das Weisse war Salz, deswegen habe ich erst garnicht gesehen, dass es Erdnuesse sind. Und die Spanier beissen die Erdnuesse mit den Zaehnen auf, dann macht das Salz auch wieder Sinn.
So, jetzt bin ich endlich wieder up to date mit meinem Blog und kann rein ins Wohnzimmer, um Albertos Gitarrenspiel zuzuhoeren…. Nicht, dass ich mich hier draussen noch in der Sonne verbrenne.